KaHuz Jugendförderpreis 2026 – Zwischen Stolz auf die Kinder und offenen Fragen zur Bewertung
In den vergangenen Jahren haben wir mit unserer Malschule regelmäßig am KaHuz Jugendförderpreis teilgenommen. Dabei stand für uns nie der Gedanke im Vordergrund, unbedingt einen Preis zu gewinnen. Viel wichtiger war und ist die gemeinsame kreative Arbeit der Kinder, das Erlebnis, Teil eines größeren Wettbewerbs zu sein, und die Freude, das eigene Werk öffentlich präsentieren zu dürfen.

Wer mich kennt, weiß außerdem, dass ich Kunst nur sehr ungern bewerten lasse. Kunst ist etwas Persönliches. Sie lebt von Kreativität, Fantasie und Individualität. Bei Wettbewerben bleibt oft unklar, welche Kriterien letztendlich zu einer Platzierung führen. Das gehört dazu und ist grundsätzlich auch in Ordnung.
In diesem Jahr fällt es mir jedoch schwer, die Enttäuschung vieler Kinder nachzuvollziehen und ihnen die Entscheidung zu erklären.
Eine Malschule ist keine Schulklasse
Unsere diesjährige Gruppenarbeit entstand mit rund 20 Kindern im Alter von fünf bis elf Jahren. Vom Kindergartenkind bis zum Schüler der fünften oder sechsten Klasse haben alle gemeinsam an einem großen Dschungelbild gearbeitet. Dabei treffen unterschiedlichste Entwicklungsstufen, Fähigkeiten und kreative Ansätze aufeinander. Genau das macht eine solche Gemeinschaftsarbeit so besonders.
Aus diesem Grund waren wir immer davon ausgegangen, dass wir – wie in der Ausschreibung angegeben – in der Kategorie „Malkurse/Malschule“ teilnehmen.
Genau hier beginnt jedoch das Problem.
Obwohl die Kategorie „Malkurse/Malschule“ in der Ausschreibung ausdrücklich genannt wird, blieb für uns völlig unklar, wie unsere Arbeit letztendlich eingeordnet und bewertet wurde. Bereits bei der Abgabe des Bildes gab es erste Unstimmigkeiten bei der Zuordnung der Altersgruppen. Gleichzeitig fehlte jede Möglichkeit, die Beteiligung von Kindergartenkindern überhaupt abzubilden.
Für die Kinder und Eltern entstand dadurch schnell die Frage:
In welcher Kategorie treten wir eigentlich an?
Und noch wichtiger:
Wurde die Kategorie Malschule überhaupt berücksichtigt?
Die Enttäuschung der Kinder
Natürlich gehört es zu einem Wettbewerb dazu, auch einmal keinen Preis zu gewinnen. Damit haben wir grundsätzlich kein Problem.
Was die Kinder jedoch schwer verstehen können, ist das Gefühl, möglicherweise gar nicht in einer passenden Kategorie bewertet worden zu sein.
Viele Kinder haben über Wochen hinweg mit großer Begeisterung an diesem Projekt gearbeitet. Sie haben Ideen eingebracht, Details gestaltet und gemeinsam etwas erschaffen, auf das sie mit Recht stolz sein können.
Gerade deshalb ist die Enttäuschung groß.
Denn wenn eine Malschule mit Kindern zwischen fünf und elf Jahren gemeinsam ein Werk erschafft und dafür keine erkennbare Berücksichtigung innerhalb ihrer eigenen Kategorie findet, bleibt bei den Kindern vor allem eines zurück: Unverständnis.
Ein Werk, das viele Menschen begeistert hat
Natürlich betrachtet man das eigene Werk immer mit einer gewissen Begeisterung. Deshalb möchte ich bewusst nicht behaupten, dass unser Bild zwingend eine Platzierung hätte erhalten müssen.
Dennoch war das Feedback während der Ausstellung bemerkenswert positiv.
Mehrfach hörte ich Besucher vor dem Bild über die vielen Details und die kreative Gestaltung sprechen. Als ich das Werk nach der Veranstaltung zum Auto brachte, wurde ich sogar zweimal gefragt, ob dies das Gewinnerbild sei. Eine Besucherin erkundigte sich darüber hinaus, ob das Bild zum Verkauf stünde.
All das zeigt, dass die Arbeit der Kinder wahrgenommen und geschätzt wurde.
Umso schwieriger ist es, ihnen zu erklären, warum ihre Leistung letztlich keinerlei Beachtung gefunden hat.
Kunst darf auch einfach schön sein
Ein weiterer Gedanke, der mich beschäftigt: Kunst muss nicht immer gesellschaftskritisch sein oder ein schwerwiegendes Thema behandeln, um wertvoll zu sein.
Manchmal darf Kunst einfach Freude machen.
Manchmal darf sie bunt, fantasievoll und voller Lebensfreude sein.
Unser Dschungelbild war genau das. Es war ein Werk voller Kreativität, Ideenreichtum und kindlicher Fantasie. Und genau darin lag seine Stärke.
Wertschätzung für den KaHuZ Jugendförderpreis
Bei aller Kritik an der Einordnung und Bewertung unserer Malschule ist mir eines besonders wichtig: Der KaHuZ Jugendförderpreis und die Arbeit des Vereins sind eine großartige Bereicherung für die Region.
Es ist keineswegs selbstverständlich, dass sich Menschen ehrenamtlich dafür einsetzen, Kindern und Jugendlichen eine Bühne für ihre Talente zu bieten. Der Wettbewerb schafft Sichtbarkeit für kreative Leistungen, motiviert junge Menschen, sich mit Kunst auseinanderzusetzen, und fördert Begegnungen zwischen den unterschiedlichsten Gruppen und Einrichtungen. Genau solche Angebote sind wichtig und verdienen Anerkennung und Unterstützung.
Deshalb richtet sich meine Kritik ausdrücklich nicht gegen die Veranstaltung selbst oder die engagierten Menschen dahinter. Im Gegenteil: Gerade weil ich die Idee des Jugendförderpreises und die wertvolle Arbeit des Vereins so schätze, halte ich es für wichtig, auf Punkte hinzuweisen, die aus meiner Sicht verbessert werden können. Mein Wunsch ist es, dass sich künftig alle teilnehmenden Kinder – unabhängig davon, ob sie aus einer Schule, einer Förderschule, einer Kita oder einer Malschule kommen – fair berücksichtigt und in ihrer jeweiligen Kategorie angemessen vertreten fühlen.

Konstruktives Feedback an die Veranstalter
Da mir das Thema wichtig ist, habe ich den Veranstaltern inzwischen eine ausführliche und konstruktive Rückmeldung geschickt.
Dabei geht es ausdrücklich nicht darum, nachträglich eine Platzierung einzufordern oder Entscheidungen infrage zu stellen. Mein Anliegen ist vielmehr, für mehr Transparenz zu sorgen.
Wenn die Kategorie „Malkurse/Malschule“ in der Ausschreibung genannt wird, sollte für alle Beteiligten nachvollziehbar sein, wie diese Kategorie bewertet wird und wie altersübergreifende Gemeinschaftsarbeiten eingeordnet werden.
Nur so können Kinder und Eltern verstehen, unter welchen Voraussetzungen sie teilnehmen.
Wie geht es weiter?
Nach den Erfahrungen der vergangenen beiden Jahre sehen wir derzeit keine Motivation, im kommenden Jahr erneut am Wettbewerb teilzunehmen.
Nicht, weil wir eine Platzierung erwarten.
Sondern weil weiterhin unklar ist, in welcher Kategorie unsere Malschule überhaupt antritt und nach welchen Kriterien unsere Gemeinschaftsarbeiten bewertet werden.
Solange diese Fragen unbeantwortet bleiben, ist die Enttäuschung der Kinder größer als die Freude an einer Teilnahme.
Wir hoffen daher auf eine Rückmeldung der Veranstalter und auf eine künftig klarere Definition der Kategorien. Denn eines steht fest:
Auf die Leistung unserer kleinen Künstlerinnen und Künstler bin ich unabhängig von jeder Juryentscheidung unglaublich stolz. Sie haben ein großartiges Kunstwerk geschaffen – und genau das kann ihnen niemand nehmen.
Was passiert nun mit dem Gemälde?
Wie bereits angekündigt, soll dieses Bild nicht in meinem Archiv enden, sondern es bedarf einem geeignetem Platz um es dauerhaft auszustellen. Hierfür starte ich in Kürze eine Auktion, an der dieses Bild ersteigert werden kann.
Mehr dazu findet ihr bald auf dieser Webseite und meinen sozialen Kanälen.
